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Wanderungsmotive slowakischer Einwohner*innen im österreichischen Umland von Bratislava

Claudia Schaefers, Raumplanungsstudentin der Technischen Universität Wien, hat ihre Bachelorarbeit "Wanderungsmotive slowakischer Einwohner*innen im österreichischen Umland von Bratislava" abgeschlossen. Diese Bachelorarbeit entstand über die Diplomarbeitsbörse Regionalentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Projekt Bratislava UmlandManagement – kurz „baum2020“. Die Bachelorarbeit bietet einerseits eine wichtige Grundlage für die weitere grenzüberschreitende Kooperation in der Stadtregion. Sie gibt insbesondere zum Pendlerverhalten von Slowaken nach Österreich wichtige Aufschlüsse. Da dazu bisher keinerlei Daten vorlagen, beschritt Fau Schaefers datentechnisches Neuland - viele weiße Flecken gibt es jetzt dank dieser Bachelorarbeit nicht mehr. Außerdem liegen die wesentlichen Motive zum Wanderungsverhalten von Slowakinnen und Slowaken nach Österreich vor. Auf den Punkt gebracht sind in erster Linie weiche Faktoren wie beispielsweise der zweisprachige Spracherwerb oder ein subjektives Sicherheitsgefühl ausschlaggebend für eine Übersiedelung nach Österreich. Darüber hinaus wurden wirtschaftliche Prosperität, bessere Lebensbedingungen und Bildungschancen sowie familiäre und andere private Gründe für den Umzug nach Österreich als Gründe für eine Übersiedelung bzw. Wanderung nach Österreich genannt.

Ein baum2020 wurde gepflanzt ....

baum2020 ist eine Plattform der Stadt Bratislava mit österreichischen Umlandgemeinden. Deren Ziel ist die Beantwortung von Fragen der Raumentwicklung sowie die Initiierung gemeinsamer, grenzüberschreitender Projekte. Die Bachelorarbeit bietet eine wichtige Grundlage für die weitere grenzüberschreitende Kooperation in der Stadtregion und liefert insbesondere zum Pendlerverhalten von Slowaken nach Österreich wichtige Aufschlüsse - das datentechnische Neuland wurde so in ersten Ansätzen beschritten.

Die Bachelorarbeit verfolgte mehrere Ziele. Unter anderem sollten durch diese Forschungsarbeit spezifische Daten zu den österreichischen Umlandgemeinden von Bratislava ermittelt werden, die in der Regel statistisch nicht erhoben werden, allerdings zum besseren Verständnis der Region und damit auch zur Lösung deren spezifischer Probleme beitragen können.

Die Bachelorarbeit beruht auf Daten, die von den untersuchten Gemeinden zur Verfügung gestellt wurden, des Statistischen Amtes Österreich und sowie einer Umfrage im Mai 2018, an der insgesamt 449 slowakische Einwohner*innen der österreichischen Grenzgemeinden teilgenommen haben. Obwohl es sich bei dieser Umfrage um keine repräsentativen Daten handelt, sind die Ergebnisse ein erster wichtiger Anhaltspunkt für weitere Forschungen.

Die Forschung betraf jene 15 österreichischen Gemeinden und Städte, die sich am Projekt baum2020 beteiligen. Der Schwerpunkt lag auf den Gemeinden Berg, Hainburg an der Donau, Kittsee und Wolfsthal, die unmittelbar an der Grenze zu Bratislava liegen. In diesen Gemeinden sind auch die Folgen der Suburbanisierung von Bratislava am deutlichsten zu spüren: aufgrund der Migration slowakischerBürger*innen weisen sie auch das höchste Einwohnerwachstum auf.

Mit einem rund 40%igen Anteil slowakischerEinwohner*innen hebt sich Kittsee von den anderen Gemeinden in der Region deutlich ab. Diese Gemeindeist bei slowakischen Einwanderern*innen besonders beliebt. Die absolut höchste Anzahl von Slowak*innenin der Region lebt in Hainburg an der Donau, allerdings ist deren Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt nicht so markant (rund 20% im Jahr 2018). Einerseits ist das auf den urbanen Charakter von Hainburg zurückzuführen, und damit auf eine höhere Gesamtzahl der Einwohner*innen. Andererseits leben in Hainburg an der Donau 65 verschiedene Nationalitäten –die Stadt ist damit die multikulturellste Gemeinde der Region. In Berg stellen die aus der Slowakei stammenden Einwohner*innen ungefähr ein Viertel der Bevölkerung dar und in Wolfsthal knapp ein  Drittel der Bevölkerung. Beide Gemeinden verfolgen jedoch eine restriktive Baupolitik, sodass in den kommenden Jahren kein weiteres signifikantes Einwohnerwachstum, einschließlich der Einwohner*innenslowakischerNationalität, zu erwarten ist.

Wer wandert? Und warum?

Die Einwanderungsmotive sind einheitlich: es konnten bei der räumlichen Verteilung keine Unterschiede eruiert und auch keine Trends in Bezug auf die verschiedenen räumlichen Charakteristika der Gemeinden festgestellt werden.

Die oder der typische slowakische Einwohners*in ist weiblich, zwischen 30 und 49 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Bratislava und wohnt seit 5-10 Jahren in Kittsee. Typischerweise in einem Einfamilienhaus, in dem 2 Kinder und 2 Erwachsene wohnen. Die Deutschkenntnisse sind sehr gut. Ebenso die nachbarschaftlichen Beziehungen. Heimat wird definiert als „dort, wo meine Familie ist“.

Weiters eruierte Frau Schäfer, welche Push-Faktoren, d.h. Gründe für die Abwanderung aus der Slowakei, und Pull-Faktoren, d.h. Gründe für die Einwanderung nach Österreich die slowakischen Einwohner*innen zum Umzug motiviert haben. Als Motive wurden vor allem der wirtschaftliche Wohlstand Österreichs, eine bessere Ausbildung und ein besseres  Einkommen genannt. Hinsichtlich der Push-Faktoren war es hauptsächlich der Wunsch, ein Haus zu besitzen bzw. ein Haus oder eine Wohnung zu bauen bzw. zu kaufen. Für 14% der Befragten waren die zu hohen Grundstückspreise in der Slowakei - insbesondere in Bratislava und Umgebung – ausschlaggebend für den Umzug nach Österreich. Zu den häufigsten Pull-Faktoren gehörte die Möglichkeit des zweisprachigen Aufwachsens der Kinder, ein Arbeitsplatz in Österreich oder ein besseres Sicherheitsgefühl in diesem Land.

Pendeln zurArbeit

45% der  befragten, in Österreich lebenden Slowak*innen gaben im Rahmen der Fragebogenerhebungan, dass ihr Arbeitsort in Bratislava oder in der Umgebung von Bratislava liegt. 20% pendeln zur Arbeit nach Wien, 15% pendeln zur Arbeit in eine andere österreichische Gemeinde und 9% arbeiten in ihrer Wohnsitzgemeinde. 2% arbeiten zu Hause, 2% im Ausland und ein Prozent in der Slowakei außerhalb von Bratislava und Umland. 4% der befragten Slowak*innen gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, in Karenz zu sein.

Resümee

Das Ziel der Bachelorarbeit von Claudia Schaefers war es, die spezifischen Motive der Migration von slowakischen Einwohner*innenin in das österreichische Umland von Bratislava zu analysieren. Aus einer Online-Umfrage ergab sich, dass die Motive für die Einwanderung nach Österreich hauptsächlich mit weichen Faktoren, also nicht quantifizierbare Faktoren, begründbar sind. Beispielsweise spielte das zweisprachige Aufwachsen von Kindern oder ein subjektives Sicherheitsgefühl in Österreich eine wichtige Rolle.

Zum anderen waren die Gründe für die Abwanderung aus der Slowakei durchaus wirtschaftlich motiviert. Im Allgemeinen sind die wirtschaftliche Prosperität, bessere Lebensbedingungen und Bildungschancen sowie familiäre und andere private Gründe für den Umzug nach Österreich ausschlaggebend.

Wichtiger Hinweis: die Bachelorarbeit ist unter Verschluss und kann derzeit nicht veröffentlicht werden. Die wesentlichen Erkenntnisse aus dieser Arbeit liegen als Zusammenfassung vor und können bei Interesse beim Projektmanagement der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) angefordert werden: k.peter@nfb.at, 0664/12 44 585.

Diplomarbeitsbörse – neue Regelung für TOP-Stipendien

Nicht nur, dass die Diplomarbeitsbörse seit Oktober 2019 von der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) betreut wird, hat sich die Honorierung für die abgeschlossenen wissenschaftlichen Arbeiten, denen ein Thema der Diplomarbeitsbörse zugrundelegt geändert.

Interessierte Studierende, die für ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit - Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit - ein Thema der Diplomarbeitsbörse wählen - siehe Online-Themenmarktplatz - können ein TOP Stipendium des Landes Niederösterreich beantragen.

Höhe der Stipendien für wissenschaftliche Abschlussarbeiten ab WiSe 2019/20:

  • Bachelorarbeit: 500 Euro (Achtung: erstmalig ab Wintersemester 2019/20 möglich)
  • Masterarbeit: 1.000 Euro
  • Diplomarbeit: 1.000 Euro

Einreichfristen und Online-Antragstellung

Die Antragstellung ist ganzjährig möglich und muss grundsätzlich am Beginn des Verfassens der Arbeit stehen. Sobald das Exposé vorliegt, kann der Stipendienantrag gestellt werden. Bitte beachten Sie, dass ausschließlich online eingereicht werden kann. Link zur Einreichung: https://www.topstipendien.at/registrierung-login/

Bestehende Antragstellungen bis inklusive SoSe 2019

Für Studierende, die im Rahmen der Diplomarbeitsbörse bis inklusive Sommersemester 2019 einen Antrag auf ein TOP-Stipendium für ihre Master- bzw. Diplomarbeit gestellt haben, bleibt die vereinbarte Regelung über die Stipendienhöhe von 300 Euro bestehen.

Wie Kleinstädte smarte cities werden könnten

Benjamin Pöll hat seine Masterarbeit über ein Modell zur Bewertung von Kleinstädten im Bereich 'Smart City an der FH Technikum Wien geschrieben. Seine Erkenntnisse im Überblick:

Er geht davon aus, dass verschiedenste Smart City-Themenbereiche zwar für Kleinstädte interessant und relevant sind, diese jedoch nicht genau wissen, wo die Abgrenzung zu einer Smart City liegt und was dieser Begriff umfasst. Wir verraten an dieser Stelle nur so viel: die Höhe der finanziellen Ausgaben einer Gemeinde hat keine Aussagekraft darüber, wie relevant Smart City-Themenbereiche für Kleinstädte sind. Vielmehr beschäftigen sich smarte Kleinstädte mit zukünftigen Entwicklungen und Trends der letzten Jahre, wie beispielsweise die Mobilitäts-Wende hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Sharing und e-Mobilität, Energieeffizienz, Klima- und Umweltschutz, die Belebung der Innenstadt sowie eine allgemeine Bürgernähe mit Bürgerbeteiligung. Was soll eine Gemeinde daher tun? Mit anderen Instanzen kooperieren und bewusstseinsbildend agieren. Dann steht einer smarten, nachhaltigen und lebenswerten Kleinstadt nichts mehr im Weg. Die komplette Masterarbeit steht zum Download bereit und wurde von der NÖ.Regional finanziell honoriert.

Die Masterarbeit steht zum Download bereit:

DAB074 „Modell zur Bewertung von Kleinstädten im Bereich „Smart City“- Benjamin Pöll, FH Technikum Wien  | Masterarbeit (3 MB)

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